Ein neues – altes Denkmal für Duderstadt?

Neben drängender aktueller Probleme nimmt nach vielen Jahren auch die Diskussion um ein fast vergessenes Denkmal in Duderstadt wieder Fahrt auf:

Nachdem in den 80er Jahren noch der Vorstoß der SPD gescheitert war, ein von der Duderstädter Ortsgruppe des „Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold“ 1928 errichtetes und von den Nazis 1933 zerstörtes Denkmal wieder aufzubauen, könnte es jetzt gelingen – sämtliche Fraktionen haben zumindest ihre Bereitschaft dazu signalisiert.

Dieses in Form eines Obelisken errichtete Denkmal erinnerte an die beiden von den Nationalsozialisten ermordeten Politiker Walther Rathenau (DDP) und Matthias Erzberger (Zentrum) sowie an den ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik und Vorsitzenden der SPD, Friedrich Ebert, es befand sich im nordöstlichen Eckbereich des Walles, einer der sogenannten „Bastionen“.

Die Duderstädter Ortsgruppe des „Reichsbanner“ wurde 1925 gegründet, Vorsitzender war zunächst der SPD-Vorsitzende Karl Vollmer, dessen Namen ich seit Jahren für eine Straßenbenennung fordere, danach Karl Schlüter. Der Reichsbanner verstand sich als demokratische Kampforganisation zur Verteidigung der Republik gegen rechtsgerichtete Kampfverbände. Mehrfach lieferte man sich Schlägereien mit Nazis.

Über die aktuelle Wiederaufbaudiskussion kann man sich nur freuen; allerdings ist zu klären, in welcher Form es entstehen soll – möglicherweise käme auch eine aktualisierte, Gegenwärtiges einbeziehende Alternative in Frage. Wie ich schon im Mai letzten Jahres vorgeschlagen hatte, favorisiere ich die Einbeziehung dieses und anderer auf bzw am Wall errichteter Denkmale in einen „Kunst- oder Gedenkwall“. Unser Wall könnte so ein touristisches Highlight werden; andere Städte haben Skulpturen und Kunstparks, einen Kunstwall hat bisher niemand.