Kein guter Tag für Duderstadt

Am Montagabend hat der Rat der Stadt eine Entscheidung gegen die Interessen der Duderstädter Bürgerinnen und Bürger getroffen: den Verzicht auf die Renovierung des Hallenbades „Auf der Klappe“ und den einstimmig beschlossenen Neubau auf der Talwiese.
Damit steht fest: Nachdem die Lehrschwimmhalle an der Jahn-Sporthalle geschlossen wurde, wird nun das nächste Freizeitangebot in Duderstadt der Vergangenheit angehören. Ein jahrelanges Verwirr- und Verzögerungsspiel ist damit zu Ende: Renovierung des Bades „Auf der Klappe“, Neubau auf der Talwiese, kombiniertes Frei- und Hallenbad, alles aufgegeben. Als Begründung muss herhalten, dass es Pläne für ein Hotelbad am „Hotel zum Löwen“ geben soll, dass Duderstädter, auch Schulklassen, nutzen können sollen. Ob allerdings diese Pläne bau- und feuerschutzrechtlich und ganz praktisch mitten in der historischen Innenstadt in der angekündigten Größenordnung mit 4 x 25 Meter-Bahnen überhaupt realisierbar sind, ist nicht ansatzweise geprüft. Dennoch hat der Rat der Stadt mit seiner CDU-Mehrheit, teils mit den Stimmen von WDB, FDP und Teilen der Grünen einen Schlussstrich unter das Hallenbad gezogen.
Was bleibt? Es bleibt während der Herbst- und Wintermonate die Möglichkeit, in den östlichen Teil des Eichsfeldes zu fahren, es bleibt das Freibad. Ich werde mich, wie die gesamte SPD-Fraktion dafür einsetzen, die eigentlich bis Ende d.J. auszugebenden Fördermittel von Höhe von 3,3 Mio Euro für notwendige Maßnahmen am Freibad umzuwidmen, obwohl die Verärgerung bei denjenigen, die sich für Duderstadt eingesetzt hatten, Thomas Oppermann an allererster Stelle, gewaltig ist.
Die Behauptung, Duderstadt könne sich mit eigenen Mitteln kein Hallenbad leisten ist schlicht eine Ausrede: Duderstadt hat in den vergangenen Jahren 10 Mio. allein für den Zukunftsvertag bekommen, verfügt in Zeiten historischer Niedrigzinsen über genügend Geld auf der hohen Kante und hat mit dem Betreiber „Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe“ einen starken Partner an seiner Seite – zusätzlich zu den genannten Fördermitteln und trotz zurückgezogener Unterstützungszusage. Die ungefähre Investitionssumme war lange bekannt und hat zu den jetzt obsoleten einstimmigen Beschlüssen pro Neubau geführt.

PS 530.000€ an Planungskosten sind damit ebenfalls abzuschreiben…