Dafür stehe ich

Liebe Duderstädterinnen und Duderstädter,

Ich trete am 1.9.2019 zur Bürgermeisterwahl an und bitte Sie um Ihre Unterstützung und Ihre Stimme.

Warum bewerbe ich mich, wofür stehe ich und was qualifiziert mich für das Amt des Bürgermeisters?

Warum bewerbe ich mich?

  • Ich will eine Politik in Duderstadt, die sich am Gemeinwohl orientiert und nicht an parteipolitischen Interessen. Ich strebe ein breites Bündnis an, um Duderstadt gemeinsam bunter und moderner zu machen.
  • Ich will einen Bürgermeister, der Ansprechpartner für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt ist.
  • Die Verwaltung als „Verwaltung der offenen Türen“ soll allen Bürgern in gleichem Maße als „Dienstleister“ zur Verfügung stehen, unabhängig von ihrer politischen Einstellung, ihrer „Beziehungen“ und ihrer wirtschaftlichen Position.
  • Ich will Bürgerinnen und Bürger verbindlich einbeziehen, transparente Entscheidungen, die offen und nachvollziehbar getroffen werden.

Wofür stehe ich?

Ich möchte – wie jetzt und in der Vergangenheit –  auch als Bürgermeister dazu beitragen, aus Duderstadt eine moderne und lebenswerte Stadt zu machen und zwar auch dann, wenn ich nicht gewählt werde. Diese Kandidatur ist daher für mich die logische Konsequenz meines jahrelangen Engagements. Duderstadt steht, wie andere strukturell benachteiligte Gemeinden vor großen Herausforderungen, deren Lösung ich nicht nur ankündige, sondern tatsächlich angehen werden: Beispielhaft seien folgende Themen genannt:

Dorfentwicklung:

In der Vergangenheit wurden fast alle Anträge aus den Dörfern vom Bürgermeister nicht unterstützt und von der Mehrheitsfraktion abgelehnt. Das ist politisch kurzsichtig: Unsere Dörfer spüren die Folgen des Bevölkerungsrückgangs in erster Linie und werden von mir jede Unterstützung erhalten, um mit einer funktionierenden Infrastruktur dem demografischen Wandel entgegenzutreten, insbesondere um die Verödung der Dorfkerne zu verhindern. Dorfkerne müssen „Neubaugebiete“ werden. In Nesselröden habe ich mich erfolgreich für die Erhaltung des Kindergartens und des Lebensmittelgeschäftes und gegen Neubauten am Ortsrand eingesetzt, um den Dorfkern zu stärken.

Vereine:

Vereine sind von zentraler Bedeutung für ein funktionierendes Gemeinwesen. Ich setze mich für eine Ausweitung ihrer Aktivitäten ein, werde Projekte, die über den reinen Vereinssport hinausgehen, fördern und unterstützen wollen, etwa in den Bereichen Gesundheit, Freizeit, Nachbarschaft, vor allem aber die Kooperation mit Kindergärten und Schulen. Unabhängig davon muss die Ausbildung der Übungsleiter unterstützt und die Übungsleiterpauschale angepasst werden.

Tourismusförderung:

Gemeinsam für unsere Fußgängerzone

Wir haben z.B. mit der historischen Innenstadt einen Schatz, um den uns andere beneiden und sind gleichzeitig Standort eines technologischen Weltmarktführers. Unverständlicherweise ist die Tourismusförderung der Stadt auf Brauchtum ausgelegt. Ich werde mich für eine Neuausrichtung der Tourismusförderung einsetzen: personelle Aufwertung, Zusammenfassung der bisher nebeneinanderher her agierenden Akteure und Förderung von Projekten, die Duderstadt als modernes Reiseziel ausweisen. Zentral von Bedeutung ist die Innenstadt mit ihrer Fußgängerzone: Hier wurden in den letzten Jahren Arbeitsgruppen eingerichtet, ein teures Gutachten in Auftrag gegeben und fast nichts umgesetzt. Das wird sich ändern: Massive Attraktivitätssteigerung der Fußgängerzone, „Kunst und Kultur“ in der Innenstadt. Das Rathaus wird ein offenes Rathaus mit Cafe, Gastronomie, Kultur und Veranstaltungen. Die Bedingungen für Gewerbetreibende sollten sich verbessern, ohne am Bestand der Fußgängerzone zu rütteln. Der ZOB wird Anlaufpunkt für den touristischen Busverkehr.

Wohnen im Bestand:

Gerade die Innenstadt könnte ein attraktives Wohnquartier sein. Leider wurde in der Vergangenheit, wie auch bei den Dorfkernen, untätig der Verödung zugesehen. Das wird sich ändern: Unterstützung bei der Wohnbarmachung modernisierungsbedürftigen Wohnraumes. Dazu gehören z.B. auch Anpassungen der denkmalschutzrechtlichen Regelungen.

Jugend:

Duderstadt ist seit Generationen für die Jugend uninteressant: Keine Angebote, keine Events, keine Freizeitmöglichkeiten. Versprochen wurde den Jugendlichen Vieles, umgesetzt wurde fast nichts, auch nicht die von Jugendlichen erarbeiteten Vorschläge von „Duderstadt 2020“ oder des Wettbewerbs um die Gestaltung der Talwiese. Ich werde attraktive Angebote für Jugendliche fördern und nachhaltig verstetigen, Beteiligungsformen wie z.B. eine Kinder- und Jugendkonferenz einführen und deren Ergebnisse in den Rat einbringen.

Naturschutz/Ökologie:

Duderstadt will „energieautarke Region“ werden. Bis auf die Inanspruchnahme von Förderprogrammen bei der Energieeffizienz ist dieses Ziel nie ernsthaft angegangen worden. Dieses Beispiel ist charakteristisch für die Vernachlässigung dieses so existentiell wichtigen Themas. Ich strebe für Duderstadt eine nachhaltige und ernsthaft betriebene ökologisch orientierte Politik an. Der Beitritt zum Klimabündnis ist anzustreben.

Schulen/Kindergarten:

Die Stadt ist Träger der Grundschulen. Ich setze mich für den Erhalt und die bessere Ausstattung kleiner Grundschulen auf den Dörfern ein. Allerdings sind Kombiklassen ungeeignet, den schulischen Erfolg unserer Kinder zu fördern. Eine Schule sollte daher im mindestens einzügig arbeiten können. Im Bereich der weiterführenden Schule hat meine Fraktion im Kreis dafür gesorgt, dass der Berufsschulstandort Duderstadt gesichert wurde. Kein Duderstädter Schüler darf, wie jetzt, von weiterführenden Schulangeboten außerhalb Duderstadts ausgeschlossen werden. Ich setze mich daher für ein integriertes Angebot (mindestens) in erreichbarer Nähe zu Duderstadt ein und werde auf Landesebene eine Lockerung der Einrichtungsvoraussetzungen für Gesamtschulen anmahnen. Ausweitung der Öffnungszeiten der Kindergärten, Sicherstellung der Betreuung in den Ferien und Begrenzung der Gebühren: kommunale Familienpolitik ist Standortpolitik.

Nahverkehr:

Duderstadt hat leider keinen Bahnanschluss mehr: Die SPD hat sich daher im Kreis für eine im Stundentakt verkehrende Busverbindung nach Göttingen stark gemacht  Das ist ein großer Erfolg; natürlich ist dieses befristete Projekt zum Scheitern verurteilt, wenn die Fahrtpreise nicht massiv gesenkt werden. Dies wird aktuell im Kreistag verhandelt; ich werde mich massiv dafür einsetzen. Unsere Dörfer wiederum müssen eine moderne und preiswerte Anbindung an Duderstadt bekommen. Die Menschen auf den Dörfern sind von vielen Angeboten – sozialen und gesundheitlichen z.B. in Göttingen und Duderstadt ohne KfZ faktisch abgeschnitten und bezahlen für den ÖPNV die höchsten Preise; das ist m.E. widersinnig und muss dringend verbessert werden.

Gesundheit und Soziales:

Viele Einrichtungen der Daseinsfürsorge werden nicht mehr in Duderstadt angeboten; ich werde mich, unabhängig vom Wahlausgang dafür einsetzen, dass es zumindest einen zentralen Anlaufpunkt, möglichst im „Integrativen Campus“ für in Göttingen angesiedelte Angebote gibt, damit DuderstädterInnen der Weg, z.B. im Rahmen von Antragstellungen erspart bleibt. Insbesondere hat die Schließung der Geburtshilfe werdende Mütter in eine schwierige Situation gebracht; ich werde mich für alternative Angebote in Duderstadt einsetzen, auch für den Ausbau der Familienhebammenstelle des Landkreises. Insgesamt werde ich mich für mehr städtische Unterstützung sozialer Einrichtungen einsetzen, als das bisher der Fall ist.

Rechtsradikalismus:

Die Bürger (-initiative) Duderstadts haben sich vorbildlich gegen rechte Aktivitäten in Duderstadt engagiert; unser Landrat Reuter hat „Flagge gezeigt“ und ist auf Veranstaltungen aufgetreten. Ich würde, soweit das nötig sein sollte, mich mit allen Möglichkeiten auch als Bürgermeister engagieren.

Bürgerbeteiligung:


Die Beteiligung von Bürger*innen ist wesentlicher Bestandteil kommunaler Politik, in Duderstadt aber bisher nicht praktiziert. Das wird sich mit regelmäßigen regelmäßigen Jugendkonferenzen und Bürgerversammlungen ändern und wird von einer „Beteiligungssatzung“ geregelt werden.

 

Was qualifiziert mich?

Wie bei jeder anderen Arbeit sollte auch ein Bürgermeister für sein Amt eine geeignete berufliche Qualifikation haben und unabdingbar Verwaltungs- und kommunalpolitische Erfahrung vorweisen können und die Gemeinde, in der er sich bewirbt, genauestens kennen.

Ich bin mit den Universitätsabschlüssen in Rechtswissenschaften, Sozialer Therapie und dem Fachhochschulabschluss als Sozialpädagoge mehr als genügend qualifiziert. Ich halte gerade eine juristische- oder eine Verwaltungsausbildung für unbedingt notwendig; nur so kann ein Bürgermeister Verantwortung übernehmen und kann sich bei Fehlentscheidungen nicht darauf zurückziehen, dass Mitarbeiter ihn „unzureichend“ informiert und beraten hätten.

Ich arbeite in einer Verwaltung, der Stadt Göttingen und bin seit Jahren aktiv und ehrenamtlich in der Kommunalpolitik tätig. Ich muss mich nicht in Verfahrensabläufe und Haushaltspläne, Geschäftsordnungen und Satzungen einarbeiten, ich kenne sie und weiss sie anzuwenden.

Ich bin 100% Duderstadt, lebe hier und kenne, auch durch meine berufliche Tätigkeit, jedes Dorf und (fast) jede Strasse. Ich kenne die Menschen und nicht nur das lokale politische und wirtschaftliche Esthablisment.

Für mich ist ehrenamtliches Engagement in und für Duderstadt seit vielen Jahren eine Selbstverständlichkeit. Ich stehe für die Einhaltung demokratischer Abläufe, für ein Ende der Ära „Eichsfeldkönige“ und ihre Fortsetzung als „Erbdemokratie“.

Eine Stadt kann sich heute nicht mehr nur durch einen Mann oder eine Frau an der Verwaltungsspitze weiterentwickeln, das geht nur gemeinsam und im Dialog. Ich bitte Sie daher, mich anzusprechen, mir ihre Themen und Wünsche mitzuteilen, hier z.B. über das Kontaktformular oder gern auch persönlich.

Ihr

Matthias Schenke